Goslar - 24. bis 27. Mai 2006
Die Deutschen Meister im Perfektionsschreiben 2006 (von links): Olaf Tamm, Thomas Broeker, Stefan Röhling, Thomas Brinkmöller, Sylvia Weber
Perfekt! So könnte man die Schreiber des Dülmener Stenografenvereins bezeichnen. Denn die Erwachsenen-Mannschaft des Vereins konnte völlig überraschend den Deutschen Meistertitel im 10-Minuten-Perfektionsschreiben gewinnen! In Goslar fanden vom 24. - 27. Mai 2006 die Deutschen Meisterschaften statt. Nach dem Empfang beim Oberbürgermeister am Mittwoch standen am Donnerstag (Christi Himmelfahrt) die Computerdisziplinen auf dem Programm. 241 Schreiber beteiligten sich am Tastschreib-Wettbewerb. Und beim 10-Minuten-Perfektionsschreiben, bei dem es pro Anschlag einen Punkt gibt und pro Fehler 500 Punkte abgezogen werden, haben die Dülmener dem Rest Deutschlands gezeigt, wie man perfekt schreiben kann. Pro 1000 Anschläge darf zusätzlich auch nur ein Fehler gemacht werden, dementsprechend hoch ist die Ausfallquote in diesem Wettbewerb.
Deutscher Vizemeister wurde hier der Dülmener Thomas Brinkmöller, er schrieb 546 Anschläge pro Minute ohne einen einzigen Fehler. „Undankbarer Vierter" wurde Thomas Broeker mit 522 Anschlägen pro Minute und ebenfalls keinem Fehler. Den Rang zehn belegte Stefan Röhling mit 459 Anschlägen pro Minute - natürlich ohne einen einzigen Fehler. Nachdem Brinkmöller und Röhling auf dem Weg vom Hotel zum Wettbewerb noch in einen Autounfall verwickelt wurden ist es umso erstaunlicher, dass die beiden Schreiber routiniert wie immer an die Sache herangingen und absolut perfekte Leistungen ablieferten. Als vierter Dülmener Schreiber erreichte Olaf Tamm 325 Anschläge pro Minute mit einem Fehler.
Dass die Dülmener mit diesem Titel überhaupt nicht gerechnet haben, merkte man dann daran, dass sich niemand regte, als die Schreiber auf die Bühne im Schützenhaus „Lindenhof" gerufen wurden. Sie mussten von den anderen Vereinskollegen gedrängt werden, nach vorne zu gehen und die Goldmedaillen mit ungläubigem Blick in Empfang zu nehmen.
Im 30-Minuten-Schnellschreiben wurde ein äußerst anspruchsvoller Text geschrieben, durch die längere Arbeitszeit und die extrem schwierigen Wörter lagen hier die Geschwindigkeiten auf niedrigerem Niveau. Thomas Brinkmöller erreichte hier 522 Anschläge, Thomas Broeker 495 Anschläge, Stefan Röhling 436 Anschläge Olaf Tamm 333 Anschläge, Dorothe Spahn 240 Anschläge und Sylvia Weber 297 Anschläge.
In der Jugendklasse waren auch Dülmener am Start. Raphael Messing schrieb hier, 294 Anschläge Robert Heger 273 Anschläge und Christine Hülsheger 223 Anschläge.
In der Textbearbeitung und -gestaltung, in der 10 Minuten lang nach einer Vorlage ein Text verändert werden muss, hat es in diesem Jahr eine Änderung gegeben, die sich natürlich auch auf das Dülmener Mannschaftsergebnis auswirkte. Trainer und Schreiber Thomas Broeker hat im Deutschen Stenografenbund in diesem Jahr die Wettschreibleitung übernommen. Das heißt, dass er die Aufgaben für die 206 Teilnehmer in dieser Disziplin erstellen musste, diese mussten ausgewertet werden und von ihm bekamen dann die Teilnehmer in der Siegerehrung auch die Urkunden und Pokale. Bester Dülmener war hier wieder Thomas Brinkmöller mit 119 Textbearbeitungen in 10 Minuten. Marius Mederer erreichte 65 Textbearbeitungen, Olaf Tamm 54 Textbearbeitungen, Stefan Röhling konnte mit 71 Textbearbeitungen eine Aufgabe mehr erreichen als Dorothe Spahn mit 70.
In der Praxisorientierten Textverarbeitung ging Thomas Broekers Taktik nicht auf, mit dem zweiten Teil der Aufgabe zu beginnen. Als Trainer im Verband und Verein für diese Disziplin hat er die Erfahrung gemacht, dass die Aufgabe „Layout", die sich mit grafischen Bestandteilen der Textverarbeitung beschäftigt, einfacher zu erledigen ist als die Aufgabe „Automatisierte Korrespondenz", in der ein Serienbrief gestaltet werden muss. Glücklicherweise hat sich Thomas Brinkmöller an diesen Tipp nicht gehalten und zuerst den Serienbrief bearbeitet. So konnte er sich mit 112 Punkten deutlich vor Thomas Broeker mit 74 Punkten platzieren.
Am Freitag fanden dann die Wettbewerbe in Kurzschrift statt. Erwartungsgemäß war Anita Kollwitz, die vor drei Wochen noch Bezirksmeisterin geworden war, beste Dülmenerin. Ihre Leistung beim Bezirkstag von 220 Silben steigerte sie bei den Deutschen Meisterschaften deutlich und erreichte hervorragend 280 Silben pro Minute. Ulrich Hörsting schrieb nur 20 Silben pro Minute weniger und erreichte 260 Silben pro Minute.
Nach den Wettbewerben besichtigten die Dülmener dann noch das Schloss in Wernigerode und schauten sich die historische Altstadt von Wernigerode und Goslar an. Am Freitagabend hatte dann die Veranstaltung mit dem Festabend fast ihren Höhepunkt erreicht. Der folgte dann am Samstagmittag mit der Siegerehrung und dem Empfang der silbernen Medaille für Thomas Brinkmöller und dem Mannschaftsgold.