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Es ist noch nicht einmal 8 Uhr, als die ersten Fahrzeuge auf den Schulhof der Johann-Gutenberg-Hauptschule rollen und ausgeladen werden. Am 5. November 2005 war Großeinsatz für die Mitglieder des Dülmener Stenografenvereins. Es wurden rund 140 Wettschreiber aus ganz Deutschland erwartet, die sich in Dülmen trafen, um herauszufinden, welcher Landesverband die besten Schreiber hat. Mit dem Bundespokalschreiben führte der Dülmener Verein hiermit den ersten bundesweiten Wettkampf durch. Jeder Verband darf hier seine besten Schreiber aus den Vereinen aufbieten, jeder Schreiber darf aber - anders als bei allen anderen Wettschreiben - nur in einer Disziplin (Kurzschrift, Tastschreiben, Textbearbeitung und -gestaltung) starten. Doch ein Großteil der Dülmener Vereinsmitglieder hatte etwas ganz anderes im Sinn. Es mussten die ganzen anderen Wettschreiber versorgt werden, die Räume mussten hergerichtet werden, die Tische verrückt werden, so dass jeder Schreiber ausreichend Platz hatte, seinen Computer, seinen Laptop oder auch nur seinen Stenoblock zu platzieren. In der Cafeteria wurden Brötchen geschmiert, Kuchen angeboten, Kaffee, Tee und kühle Getränke. Zur Mittagszeit wurden dann Bockwurst, Frikadellen, Kartoffel- und Nudelsalat bereit gehalten, vom Dülmener Verein besorgt bzw. selber hergestellt. Die Schule musste ausgeschildert werden, damit auch alle Schreiber den Raum finden, in dem ihre Disziplin durchgeführt wurde. Und um 9 Uhr sammelten sich dann die ersten Tastschreiber, um den Text zu erfassen, der von Wettschreibleiterin Waltraud Dierks vorbereitet wurde. Glück haben die Schreiber hier, dass die Technik inzwischen so ausgereift ist. Früher musste jeder noch zur Vorkorrektur gehen und eine Arbeit eines anderen Schreibers lesen. Heutzutage geht dies automatisch mittels eines Auswertungsprogramms am Computer. Damit stand den Schreibern auch mehr Zeit zur Verfügung, sich die Dülmener Innenstadt anzuschauen, da das Wetter ja auch recht gut mitspielte. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| In der Cafeteria stärkten sich die Schreiber während der Wettkämpfe | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Stenografen fingen ähnlich früh an, ihre Aufgabe dauert in der Regel nur etwas länger, je nachdem, wie lange sie ihr Stenogramm in die Langschrift übertragen. Und da man in der Langschrift selbst als geübter Schreiber selten mehr als 60 bis Silben pro Minute zu Papier bringt, dauert es rund fünf- bis sechsmal so lange, alles niederzuschreiben. Die letzte Disziplin war dann auch die Textbearbeitung und -gestaltung. Wettschreibleiterin Anke Timme vom Schleswiger Verein hatte wieder eine anspruchsvolle Aufgabe erstellt, in der Textfarben verändert werden mussten, Absatzformatierungen wurden immer wieder variiert, so dass insgesamt viel Arbeit in den zehn Minuten erledigt werden musste. Gegen 12 Uhr mittags waren dann aber auch schon die meisten fertig und es konnte in die Cafeteria gehen. Hier wurde viel gefachsimpelt und alte Verbindungen wurden weiter gepflegt. Es zeigt sich gerade in solchen Situationen, dass nicht nur der Wettbewerb im Vordergrund steht und die anderen Verbände zu besiegen, sondern, dass die Stenografen sich als eine große Familie verstehen und enge Kontakte zwischen den konkurrierenden Vereinen und Verbänden geknüpft werden. Um 14:30 Uhr hatte der Dülmener Verein dann ein besonderes Bonbon parat. Mit dem Doppeldecker-Bus ging es zum Schloss Nordkirchen. Rund 50 Teilnehmer des Bundespokalschreibens nahmen diese Möglichkeit wahr, das westfälische Versailles zu besuchen und sich einen Eindruck von der münsterländischen Parklandschaft zu verschaffen. Nach rund 90 Minuten Rundgang in Nordkirchen wurde dann auch genug Hunger erlaufen, um bei der Siegerehrung im Hotel Dülmener Hof" ab 18 Uhr das Buffet richtig zu genießen. Für die Abendveranstaltung konnte ein ehemaliger Discjockey der Coesfelder Diskothek gewonnen werden, damit auch für jedes Alter die passende Musik aufgelegt wurde und das Tanzbein geschwungen werden konnte. Gegen 21 Uhr stieg dann auch die Spannung. Der Verband für Informationsverarbeitung NRW E. V., als Titelverteidiger in der Textbearbeitung und -gestaltung hatte insgesamt fünf Mannschaften in den drei Disziplinen gestellt. Hier waren auch mehrere Dülmener Schreiber vertreten. In der Kurzschrift unterstützte Anita Kollwitz den Verband, im Tastschreiben Henrik Niemann, Malte Welling, Stefan Röhling und Thomas Brinkmöller. In der Textbearbeitung und -gestaltung vertrat wieder Thomas Broeker den Dülmener Verein auf Bundesebene. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Verband für Informationsverarbeitung NRW E. V. gewinnt zwei Titel! | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Geschafft! Der Verband für Informationsverarbeitung NRW E. V. konnte seinen Titel verteidigen. Und nicht nur dass, gleich zwei weitere Plätze auf den Treppchen konnten errungen werden. Denn die Schreiber aus Nordrhein-Westfalen haben bewiesen, dass sie nicht nur zu den Besten Deutschlands gehören, sondern die besten Schreiber Deutschlands sind. Beim Bundespokalschreiben konnten im Tastschreiben und in der Textbearbeitung und -gestaltung jeweils die ersten Plätze errungen werden. In der Kurzschrift belegte die nordrhein-westfälische Mannschaft den dritten Rang. Und all dies wäre garantiert nicht ohne Dülmener Unterstützung möglich gewesen. Im Tastschreiben gewannen die Schreiber um den Dülmener Thomas Brinkmöller den Pokal. Zu der Mannschaft gehörten noch Peter Dudziak aus Haltern, Antje Lademacher-Nüsken aus Hamm, Kristian Laß und Beate Waltmann vom Vestischen Stenoclub aus Recklinghausen. Thomas Brinkmöller zeigte eine gewohnt gute Leistung von 541 Anschlägen pro Minute. Doch nicht nur eine Mannschaft wurde gestellt, auch eine zweite Mannschaft verstärkte die sehr gute Gesamtleistung. Und hier war auch eine größere Dülmener Beteiligung zu vermelden. Neben Jürgen Deimann (StV Hamm) und Hubert Hoffmann (Vestischer Stenoclub) schrieben aus Dülmen Stefan Röhling, Henrik Niemann und Malte Welling. Die Mannschaft belegte den siebten Rang. In der Textbearbeitung und -gestaltung wurde der Pokal vom Bildungsverlag 1 neu gestiftet, da die Mannschaft des nordrhein-westfälischen Verbandes 2004 in Eckernförde bereits zum dritten Mal in Folge gewonnen hatte und damit der Pokal ins Eigentum des Verbandes übergegangen war. Neben Olaf Rörtgen, Christiane Bülten und Marion Brüdigam vom Vestischen Stenoclub schrieb Annemarie Mersch vom Stenografenverein Rheine mit Thomas Broeker vom Dülmener Stenografenverein. Alle fünf Schreiber des Verbandes waren unter den ersten sieben zu finden und damit konnten sie mit knapp 12.000 Punkten Vorsprung den neuen Pokal gewinnen. In der Kurzschrift schrieb für den Dülmener Verein Anita Kollwitz in der ersten Mannschaft aus NRW. Gemeinsam mit Udo Klüting (StV Menden), Beate Beine (StV Dortmund 1864), Rainer Knehans (Bad Salzuflen) und Gerhard Skups (StV Lüdenscheid) war der dritte Platz sicher. Nach der Siegerehrung sorgte ein ehemaliger DJ der Coesfelder "Fabrik" für die Partystimmung, damit der Sekt noch besser schmeckte. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||